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Keine Bühne der AfD!

Wednesday, 25.February 2015 von in Antifa, Feminismus & Queer

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Am 26. März plant der AfD Kreisverband Stade im Buxtehuder Kulturforum einen Vortragsabend mit der Europaabgeordneten Beatrix von Storch. Wir wollen eine Veranstaltung mit derart reaktionärem Charakter nicht einfach so hinnehmen und rufen deshalb zu einer Kundgebung gegen Rassismus, Homophobie und die AfD auf!

26.3., 18 Uhr, Hafenparkplatz (Schützenhofweg/Am Hafen)

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Homophobie ist besorgniserregend

Friday, 30.January 2015 von in Feminismus & Queer

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Am vergangenen Samstag, dem 24.01.15, rief das Bündnis „Besorgter Eltern“ in Hamburg zu einer Demonstration gegen Aufklärung von Kindern an Schulen und über Homosexualität auf. An der daraufhin organisierten Gegenkundgebung nahmen auch die Jusos im Kreis Stade teil. (more…)

„Die Seife unter der Dusche“: Homophobie und Rollenbilder im Fußball

Thursday, 16.June 2011 von in Feminismus & Queer, News, Themen

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Derzeit wird viel über das Thema Homophobie im Fußball gesprochen, was wir an sich sehr begrüßen. Es ist schließlich schon ein Fortschritt, wenn plötzlich mal über schwule Bundesligaprofis und homophobe Einstellungen bei Mitspielern und Fans diskutiert und nachgedacht wird. Nur wie darüber gesprochen wird, ist unserer Meinung nach nicht sehr förderlich, eher im Gegenteil. Da äußern sich reihenweise Prominente, Fußballfunktionäre und Spieler und meinen zu wissen, wie sich homosexuelle Fußballer zu verhalten hätten, nämlich unbedingt unauffällig, da auf sie sonst zahlreiche Vorurteile und Provokationen zukommen würden. Sie wären dann den Schmähgesängen der gegnerischen Fans ausgesetzt und würden auch von den eigenen Mitspielern nicht akzeptiert werden, so jedenfalls der allgemeine Kanon.

Aber über das eigentliche Problem an sich und die Ursachen wird kaum geredet, über Lösungsansätze scheint sowieso fast niemand nachzudenken. Nun hat die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Studie zu genau diesem Thema veröffentlicht, womit auch ein tieferer Einblick in diesen unschönen Teil der Fußballwelt möglich ist.

Die Studie zeigt vor allem eins, nämlich wie stark traditionelle Rollenbilder immer noch in unserer Gesellschaft verankert sind und wie wenig die Menschen bereit sind, von diesen abzuweichen. Dabei wird auch deutlich, wie zerbrechlich diese Vorstellungen von angeblich typischen Geschlechtereigenschaften sind. Schwitzende, durchtrainierte Männer, die sich beim Torjubel in die Arme fallen, vor Freude weinen und danach alle zusammen duschen, das funktioniert nur, solange sich alle Beteiligten ihrer Männlichkeit und Heterosexualität sicher sein können. Nur dann fühlen sie sich wohl und müssen sich nicht mit jenen befassen, die von ihren Vorstellungen abweichen.

Denn ein schwuler Mitspieler würde ihrer Meinung nach alles durcheinanderbringen, auf jeden Fall dieses fragil konstruierte Geschlechterbild, wenn nicht sogar den Zusammenhalt der ganzen Mannschaft. Homosexuelle Menschen „passen da einfach nicht rein“, das gaben zahlreiche der Befragten in der Studie an, auch das Klischee von der heruntergefallenen Seife unter der Dusche wurde oftmals erwähnt.

„Schwul sein“ wird gleichgesetzt mit „anders“, da Homosexuelle vom klassischen Rollenbild abweichen. Schwulen Männern wird häufig Weiblichkeit, Schwäche und Emotionalität nachgesagt, hier wird das bipolare Geschlechterbild wiedergegeben, es müsse eben immer einen weiblichen Part in einer Beziehung geben. Damit könnten sie nicht in der harten Männerwelt des Fußballs bestehen, Fußball, das sei eben noch die letzte Bastion der Männlichkeit, da treffen sich angeblich nur die echten Kerle. Für den Großteil der Befragten passt da ein bekennender Schwuler nicht rein.

Jedoch sind nicht nur Homosexuelle den starren Vorurteilen ausgesetzt, auch Frauen haben es im Fußball mehr als schwer. Hier kommen die typischen Rollenbilder ebenfalls zum Vorschein, alles Weibliche müsse irgendwie auch ästhetisch sein, deutlich wird dies z.B. an der aktuellen Werbekampagne zur Frauen-WM. Muskulöse oder sportliche Frauen, „das sieht irgendwie nicht aus“, so die Befragten, außerdem sei Frauenfußball etwas „ganz anderes, ein ganz anderes Spiel“, richtigen Fußball spielten scheinbar nur Männer.

Eben diese haben eine unglaubliche Angst davor, als unmännlich zu gelten. Spielten sie mit einem Homosexuellen Fußball, dann wäre der kumpelhafte Umgang in der Mannschaft gefährdet, gemeinsames Duschen dann schon gar nicht mehr möglich, der schwule Mitspieler könne ja an jedem interessiert sein. Womit wir wieder bei der Seife und dem billigen Klischee vom dauererregten Schwulen sind.

Zudem glauben viele, unter dem unglaublichen Leistungsdruck der oberen Ligen könnten nur „die ganz Harten“ bestehen, auch deshalb sei Profifußball nichts für jene Menschen, die von diesem Ideal abweichen, egal ob nun beispielsweise homosexuell oder auch depressiv.

Fußball an sich ist aber keinesfalls irgendwie intoleranter als der Rest der Gesellschaft, jedoch kommen hier Vorurteile und auch offene Homophobie viel schneller zum Vorschein. Das zeigt sich nicht nur an den Befragten der Studie, sondern auch durch schwulen- und frauenfeindliche Sprechgesänge mancher Fangruppen, die sich stark und martialisch zeigen wollen. Auch Ansätze zur Gewinnung von Frauen als neue Zielgruppe enden allzu häufig in stumpfen sexistischen Äußerungen („Das Grüne da unten, liebe Frauen, ist der Rasen.“), außerdem wird Stadionbesucherinnen oft einfach nur Schwärmerei für einen bestimmten Spieler vorgeworfen.

Keinesfalls jedoch darf bei der Thematik nur pauschalisiert werden, schließlich gibt es auch viele positive Entwicklungen von Fans, die sich gegen homophobe und sexistische Vorurteile stellen. Die Zahl der schwul-lesbischen Fanclubs wächst, es gibt gelungene Faninitiativen und abgesehen vom großen kommerziellen Fußballzirkus gibt es beispielsweise auf Kreisebene durchaus Spieler, die sich zu ihrer Sexualität bekennen können.

Es ist und bleibt jedoch ein untragbarer Zustand, wenn Menschen ihre sexuellen Vorlieben nicht offen ausleben können, egal ob auf der Straße, in der Kneipe oder im Stadion. Wir meinen, dagegen kann jeder selbst etwas unternehmen, es bedarf nur ein wenig Courage und der richtigen Argumente. Wo immer man auf homophobe und sexistische Klischees stößt, egal ob leise hinter vorgehaltener Hand im Supermarkt getuschelt oder laut im Stadion mitgegrölt, gilt es einzuschreiten und klarzumachen, dass das auf gar keinen Fall besonders cool, witzig oder männlich ist. Nur so kann es überhaupt gelingen, die starren Rollenbilder mal etwas ins Wanken zu bringen und allen Menschen eine freie Entfaltung ihrer Sexualität zu ermöglichen. Außerdem müssen sich die großen Fußballverbände klarer positionieren und diskriminierende Äußerungen strenger ahnden, mehr Druck von progressiven Fans ist unbedingt nötig.

Damit Fußball wirklich verbindet und nicht ausgrenzt! Dann ist vielleicht auch bald die Seife endlich kein Thema mehr.