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Maul auf gegen Homophobie!

Wednesday, 16.May 2012 von

News

Am 17. Mai werden wieder Horden betrunkener Männergruppen durchs Land ziehen, denn dann ist in diesem Jahr Himmelfahrt bzw. für viele einfach nur „Vatertag“.

Aber, was viele nicht wissen, der 17. Mai hat eine ganz andere, feste Bedeutung. Am 17. Mai 1990 wurde Homosexualität von der Liste der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen. Daher ist dieser Tag seit 2005 auch der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie.

Viele meinen ja, sie hätten „nix gegen Schwule“, solange sie von denen „nicht angeflirtet werden“ (schon klar…) und überhaupt, Homosexuelle würden nun wirklich nicht mehr diskriminiert werden.

Merkwürdig, ein kleiner Rundblick zeigt schnell etwas anderes, nämlich, dass das Thema hochaktuell ist. „Schwul“ ist immer noch die Beleidigung schlechthin, ob auf dem Schulhof, im Stadion oder einfach in der Clique. Lesbische Frauen sind allenfalls in Männerfantasien erwünscht und werden meist als „männlich“ abgetan. Homophobe Liedtexte und überzogene Männlichkeitsvorstellungen herrschen in zahlreichen Musikgenren vor. Intersexuelle Babys werden bald nach der Geburt um-operiert, um sie klar einem der (angeblichen) beiden Geschlechter zuweisen zu können, was zu schweren psychischen Problemen der betroffenen Personen führen kann. Eine gerechte Behandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren ist in weiter Ferne.

In zig Staaten auf der Erde können Gefühle für einen Menschen gleichen Geschlechts noch größere Probleme mit sich führen, auf homosexuelle Praktiken steht in manchen Ländern noch immer die Todesstrafe oder drakonische Prügelstrafen. Großes Aufsehen erregte gerade kürzlich das Verbot von „Schwulenpropaganda“ in St. Petersburg, dort gibt es nun für Materialien über Homo-,Bi- und Transsexuelle Menschen hohe Strafen. (Sollte also mal jemand von euch dorthin fahren, lasst unsere schicken Aufkleber lieber im Hotel. Oder gerade nicht.)

Immerhin gibt es auch Hoffnung, so hat sich der amerikanische Präsident Obama gerade für gleichgeschlechtliche Ehen ausgesprochen. Zudem unterstützt Obama das „It gets better“-Projekt gegen das Mobbing von homosexuellen Jugendlichen.

Wir hoffen ebenfalls, dass es irgendwann mal besser wird. Doch von alleine wird das nicht passieren, dazu bedarf es unserer Hilfe. Jede_r kann etwas gegen Homophobie tun, das fängt schon ganz klein im Alltag an. Achtet einfach mal auf euren Sprachgebrauch. Wenn ihr „schwul“ als abwertende Bezeichnung für etwas vermeidet, dann ist das schon mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Egal ob ihr es „nur aus Spaß“ meint, lasst es einfach, es ist beleidigend und verletzend und ihr sorgt so jedes Mal dafür, dass der Quatsch etabliert bleibt. Wenn ihr mitbekommt, wie Leute homophobe Äußerungen von sich geben, dann nehmt euch ein Herz und sagt etwas dagegen. Das gilt übrigens fürs ganze Jahr, nicht nur für den 17. Mai.

Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigungen oder ihrer individuellen sexuellen Identität muss gestoppt werden, überall und sofort. Wer gerade Frühlingsgefühle für wen hat ist doch egal, Liebe kennt kein Geschlecht.  Menschen suchen sich ihre Gefühle nicht aus und können diese nicht ändern. Aber wir können die Gesellschaft ändern, in der wir leben…

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